Der Bauleiter Alois Kresse ist zuständig für die A2-Sanierung in Gleisdorf. Eines seiner vielen Hobbys ist das Goldsuchen. (Foto: Fazit)
Alois Kresse wurde am 26.10.1963 in Zweinitz im Gurktal geboren. Der gelernte Zimmermann absolvierte nach dem Bundesheer die Baufachschule in Villach. Seit 2008 arbeitet er bei Kostmann als Polier für Betonarbeiten. Kresse ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt im Elternhaus in Zweinitz. In seiner Freizeit sucht er nach Gold, schmiedet Messer und angelt. (Foto: Fazit)

Wenn Alois Kresse über die Sanierung der A2 bei Gleisdorf spricht, klingt das nicht nach Prestigeprojekt, sondern nach Beton, Fugen, Lagern, Brücken und Handgriffen, die halten müssen. Seit zwei Jahren ist der Polier der Baufirma Kostmann zwischen Gleisdorf-West und Gleisdorf-Süd im Einsatz. Dort wird eine wichtige Verkehrsachse erneuert, während der Verkehr weiterrollt. Kresse beschreibt das ohne Pathos: „Die Baustelle muss abgesichert sein, die Schäden müssen behoben werden, und wenn alles passt, ist die Arbeit gut gemacht.“

Gelernt hat Kresse Zimmermann. Er kommt aus dem Gurktal, aus Zweinitz in der Gemeinde Weitensfeld. Zum Beton kam er nach der Zimmerei, zu Kostmann im Jahr 2008. Seither ist er im Infrastrukturbau unterwegs, dort, wo Straßen, Brücken und Verkehrswege erhalten, saniert und verkehrstauglich gemacht werden müssen. Vieles verschwindet später unter Asphalt, hinter Leiteinrichtungen oder in Details, die Autofahrer nur bemerken, wenn sie nicht funktionieren.

Auf der A2 ist Kresse für die Betonarbeiten zuständig. Eine Autobahn zu sanieren, die gleichzeitig weiter funktionieren muss, verlangt Präzision, Geduld und Übersicht. Man habe das im Griff, sagt er. Aber es werde schwieriger, weil die Vorschriften dichter werden. Aber das sei schon okay, denn schließlich wolle niemand einen Schwerverletzten auf der Baustelle. Also heißt es absichern, kontrollieren und vorausdenken.

In seinem Beruf ist Kresse vieles zugleich. Er ist Handwerker, Organisator, Vermittler und manchmal Krisenmanager. Projektleiter nennt er sich nicht. Polier sei er, sagt er. Sein Chef sage Bauführer zu ihm. Wenn alle sagten, er sei der Bauführer, werde das stimmen. Kresse braucht keine Titel, um zu wissen, was seine Aufgabe ist. Er schaut, dass die Arbeit anständig gemacht wird und die Baustelle weiterläuft.

Besonders ist die A2-Baustelle auch, weil im Zuge der Arbeiten bei Gleisdorf Österreichs erste Autobahn-Bushaltestelle entsteht. Expressbusse sollen künftig direkt auf der Autobahn halten können, in Gehdistanz zum S-Bahnhof. Für Pendler könnte das eine schnellere Verbindung und eine bessere Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr bringen. Für Kresse ist es ein weiterer Teil eines Ganzen.

Gleisdorf ist für ihn längst mehr als ein Baustellenort. Unter der Woche lebt er hier. Aus einem Einsatzort wurde ein zweiter Lebensmittelpunkt. Das gehe schnell, wenn man gute Freunde finde, sagt Kresse. Gefunden hat er sie beim Bogenschießen. Zuerst interessierte ihn nur der Parcours in Gleisdorf. Dann kamen Ausgleich, Draußensein, Freunde, ein Getränk danach, eine Kleinigkeit zu essen und Gespräche ohne Baulärm dazu.

Bogenschießen ist nur eines seiner Hobbys. Kresse fischt, macht Messer, fotografiert und wäscht Gold. Es sind Beschäftigungen, die Geduld verlangen. Besonders das Goldwaschen passt zu ihm. Nicht, weil es um Reichtum ginge, sondern weil es um Aufmerksamkeit geht. Wo im Fluss lagert sich schweres Material ab? Welche Stellen sind interessant? Das Bild zu dieser Geschichte ist in der Raab entstanden. Ob und wie viel Gold Alois Kresse dort gefunden hat, wird nicht verraten. Man spricht über Technik, Matten, Rinnen und Sedimente, aber nicht darüber, was an welcher Stelle im Pfandl liegt.

Auch darin liegt eine Nähe zu seinem Beruf. Brückensanierung klingt nach schwerem Gerät, Beton und Verkehrssicherung. Tatsächlich geht es oft um Details. Wo ist Wasser eingedrungen, welche Fuge muss getauscht werden, welches Lager hält, welche Betoninstandsetzung ist notwendig. Kresse denkt praktisch, aber genau. Nachlässigkeit wird später teuer. Auf einer Autobahn gibt es dafür wenig Spielraum.

Kresse ist vom Gurktal nach Gleisdorf gekommen, um eine Autobahnbaustelle zu führen. Inzwischen sind aus Kollegen Bekannte und aus Bekannten Freunde wurden. Vielleicht auch, weil er in der Oststeiermark etwas gefunden hat, das man nicht wie Gold auswaschen und abwiegen kann. Anschluss!

Alois Kresse wurde am 26.10.1963 in Zweinitz im Gurktal geboren. Der gelernte Zimmermann absolvierte nach dem Bundesheer die Baufachschule in Villach. Seit 2008 arbeitet er bei Kostmann als Polier für Betonarbeiten. Kresse ist verheiratet, Vater einer Tochter und lebt im Elternhaus in Zweinitz. In seiner Freizeit sucht er nach Gold, schmiedet Messer und angelt.

 

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