Das Gespräch führten Johannes Roth und Johannes Tandl.
Fotos von Jorj Konstantinov.

Gerade an den heißen Sommertagen tritt das Paradoxon der Energiewirtschaft deutlich zutage: Österreich produziert an sonnigen Tagen zeitweise so viel erneuerbaren Strom, dass er im eigenen Land nicht verbraucht werden kann. Im Winter hingegen sind wir weiterhin auf Gas und andere Importe angewiesen. Für unsere Wirtschaft ist günstige Energie essenziell. Ihre Verfügbarkeit entscheidet darüber, ob industrielle Arbeitsplätze an Standorte abwandern, die die dauernde Verfügbarkeit besser garantieren können, oder ob die Industrie mit heimischen Ressourcen arbeitet.

Wie die Grazer Kleine Zeitung berichtet, überlegen 17 Prozent der österreichischen Betriebe laut einer Onlineumfrage, an der rund 1.100 Unternehmen im März 2026 teilnahmen, abzuwandern. Hochgerechnet sind dies 110.000 „wirtschaftlich relevante Betriebe“. Die Energiekosten sind ein wesentlicher Treiber, der hinter diesen Überlegungen steht. Die EU fordert indes weiterhin die Energiewende ein. Österreichs Stromproduktion soll in bester „Goldplating“-Manier schon bis 2030 zu 100 Prozent bilanziell erneuerbar sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Energieerzeuger Milliarden investieren. Das kostet. Diese Kosten an die Verbraucher weiterzugeben, ist angesichts der ambitionierten Inflationsziele der Bundesregierung jedoch extrem schwer.

Die Bundesregierung steht also vor einem Dilemma. Gleichzeitig muss die Industrie elektrifiziert, die Versorgungssicherheit erhöht und der Strompreis leistbar gehalten werden. Martin Graf, Vorstand der Energie Steiermark, sitzt im Auge des Orkans. Mit uns sprach er über Investitionen in Milliardenhöhe, die Grenzen der Photovoltaik, das Speicherproblem, Energiegemeinschaften und darüber, warum Energieversorger künftig vor allem eines beherrschen müssen: Flexibilität.

 

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Herr Graf, die Energie Steiermark steht mittlerweile vollständig im Eigentum des Landes Steiermark, nachdem der letzte private Minderheitsanteilseigner ausgestiegen ist. Gleichzeitig wird darüber spekuliert, ob wieder ein Minderheitsinvestor hereingenommen werden könnte. Welche Eigentümerstruktur braucht die Energie Steiermark aus Sicht des Vorstands – gerade angesichts der enormen Investitionen, die bevorstehen?

Wir haben ein hervorragendes Einvernehmen mit dem Eigentümer. Das Wichtigste für uns als Unternehmen, als Vorstand und letztlich für jeden einzelnen Mitarbeiter ist, dass der Eigentümer voll und ganz hinter dem Unternehmen steht und die Entwicklung des Unternehmens entsprechend unterstützt. Wir befinden uns in einer Phase extrem hoher Investitionen. Diese Investitionen in Erneuerbare und in Netze führen dazu, dass wir den Industriestandort stärken und die Transformation der Industrie ermöglichen. Wir sind in Wahrheit industriepolitisch der Ermöglicher dieser Transformation. Wir sichern damit Industriearbeitsplätze, Industrieunternehmen und die weitere positive Entwicklung des Industriestandorts Steiermark. Das sieht man auch im „Masterplan 2.0“. Dort sind bis 2029 beziehungsweise 2030 in Summe rund 3,5 Milliarden Euro an Investitionen von uns und der Industrie für die Transformation vorgesehen. 57 Prozent davon tätigt die Energie Steiermark. Wenn man dann noch berücksichtigt, was die Voest mit dem Elektrolichtbogenofen [Anmerkung: ein Industrieofen zum Einschmelzen und Gießen von Metallen] in Donawitz macht, kommen rund 20 Prozent dazu. Das heißt, die Voest und wir machen gemeinsam fast 80 Prozent dieser Investitionen in Infrastruktur und Industrie. Dafür braucht es einen starken Eigentümer. Und dafür braucht es das klare Commitment des Eigentümers. Dieses Bekenntnis des Landes Steiermark zur Energie Steiermark sehe ich gegeben.

Werden diese Investitionen ausreichen, um den Preisabstand zu den USA oder zu Asien zu verringern? Die Industrie argumentiert ja oft, dass Strom dort deutlich günstiger sei.

So einfach ist das nicht. Es gibt nicht den einen Strompreis in Europa. Wir haben in Europa ein West-Ost-Gefälle und ein Nord-Süd-Gefälle. Spanien und Frankreich sind sehr günstig. Mitteleuropa liegt eher im Durchschnitt. Osteuropa und Italien sind deutlich teurer. Im Norden Europas ist Strom aufgrund von Wasserkraft und Erneuerbaren oft günstiger, im Süden teurer. Italien hat einen hohen Bedarf und eine starke Gasabhängigkeit. Auch in den USA muss man differenzieren. Es gibt Regionen, in denen Strompreise mit europäischen Preisen vergleichbar sind, etwa an der Ost- und Westküste. Die pauschale Aussage, dass amerikanische oder chinesische Unternehmen Strom generell um ein Drittel unseres Preises beziehen, stimmt so nicht. Es hängt stark vom Standort ab.

Trotzdem sind Länder wie Spanien oder Frankreich deutlich günstiger. Warum?

Spanien hat einen sehr hohen Anteil an Solar- und Windenergie. Frankreich hat Nuklearenergie. Skandinavien hat sehr viel Wasserkraft, Norwegen und Schweden etwa, teilweise auch Nuklearenergie wie Finnland. Daraus ergeben sich diese Unterschiede.

Österreich hat aber auch einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien.

Das stimmt. Aber man muss genau hinschauen, zu welchem Zeitpunkt. Nehmen wir den 1. Mai: Feiertag, schönes Wetter, wenig Industriebedarf, wenig Verbrauch. An solchen Tagen haben wir massive Stromüberschüsse. Die Nachfrage ist niedrig, das Angebot hoch, der Preis wird negativ. Wir hatten heuer so viele Stunden mit negativen Strompreisen wie noch nie zuvor. Die kurzfristigen Energiepreise hängen stark vom Wetter ab – von Sonne und Wind. Deshalb sind die Preise im Sommer oft niedrig. Im Winter sieht es anders aus. Im vergangenen Winterhalbjahr hat Österreich 21 Prozent Strom aus Gaskraftwerken bezogen und 21 Prozent importiert. Wir waren also nicht in der Lage, uns im Winter selbst zu versorgen. Photovoltaik spielt im Winterhalbjahr praktisch keine große Rolle. Da reden wir von etwa drei Prozent. Dazu kam eine geringe Wasserführung, weil der Winter trocken war. Das zeigt: Eine Energiewende mit reinem Fokus auf Photovoltaik und Wind funktioniert für bestimmte Zeiträume des Jahres gut, aber nicht für das ganze Jahr. Die Sommersonne in den Winter zu bringen, funktioniert mit Batterien nicht. Dafür brauchen wir andere Technologien, etwa Wasserstoff und Sektorkopplung.

Heißt das, wenn die Speicherkapazitäten nicht mitwachsen, ist jeder zusätzliche Euro in Erneuerbare zumindest fragwürdig?

Der Punkt ist: Wenn du im Sommer noch mehr Erneuerbare ins System bringst, hast du ein Produkt zu einem Zeitpunkt, zu dem es niemand braucht. Das ist wie früher mit dem Milchsee oder dem Butterberg. Du produzierst viel, aber nicht dann, wenn die Nachfrage da ist.

Das Bild zeigt ESTAG-Vorstand martin Graf im Interview mit Fazit.
Jorj Konstantinov

Zusätzlicher PV-Ausbau ist dann nicht automatisch kohlendioxidwirksam?

Genau. Im Sommer ersetzt du damit nicht fossile Energie, sondern andere Erneuerbare. Dann läuft etwa Wasser über die Wehre und nicht durch die Turbinen. Deshalb ist es richtig, den Ausbau der Erneuerbaren stärker gemeinsam mit Speicher und Flexibilität zu denken. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, stärker in Flexibilitäten zu gehen. Dazu gehört Speicher, aber nicht nur Speicher. Das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz sieht etwa eine Spitzenkappung für neue PV-Anlagen vor. In bestimmten Situationen kann die Leistung für wenige Stunden reduziert werden, um das Netz zu entlasten.

Welche Instrumente gibt es, um Stromverbrauch stärker in Zeiten hoher Produktion zu verschieben?

Ein Beispiel ist der sogenannte Snap-Tarif, also ein Sommer-Niederarbeitspreis. Von April bis Oktober gibt es zwischen zehn und 16 Uhr ein reduziertes Netzentgelt. Der Sinn ist, Menschen dazu zu motivieren, Strom genau dann zu verbrauchen, wenn wir zu viel davon haben. Das betrifft Haushalte mit und ohne PV-Anlage. Wer etwa sein Elektroauto lädt, eine Klimaanlage betreibt oder andere Verbraucher in dieser Zeit nutzt, bekommt damit einen finanziellen Anreiz. Man sieht daran, dass Politik und Regulator auf die neue Realität reagieren. Es geht jetzt darum, die erneuerbare Energie, die intensiv ausgebaut wurde, auch tatsächlich sinnvoll zu nutzen. Auch Förderinstrumente für Photovoltaik werden zunehmend mit Speicherfragen verknüpft. Der richtige Ansatz ist: Strom selbst dann verbrauchen, wenn er produziert wird, und ihn nicht einfach nur ins Netz schieben.

Wie lange wird es dauern, bis die Sommersonne tatsächlich in den Winter gebracht werden kann?

So viel Technologieentwicklung wie in den letzten fünf bis zehn Jahren hat es in der Energiewirtschaft seit Jahrzehnten nicht gegeben. Elektroautos, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Speicher – all das ist in kurzer Zeit massiv gewachsen. Deshalb glaube ich, dass die Entwicklung schneller gehen wird, als viele früher angenommen haben. Bis 2030 wird ein sehr großes Maß davon umgesetzt sein. Ich bin überzeugt, dass wir dann deutlich weiter sein werden, auch was saisonale Speicherung und die Nutzung erneuerbarer Energie im Winter betrifft.

Es gibt Forschungsprojekte, bei denen Photovoltaikpaneele gleichzeitig grünen Wasserstoff produzieren sollen. Ist das schon relevant?

Da muss man unterscheiden: Forschung und Prototypen sind das eine, Massengeschäft ist das andere. Aber Technologieentwicklung geht jetzt sehr schnell. Das sehen wir auch bei den Preisen. Speicher sind deutlich günstiger geworden, Photovoltaikanlagen ebenfalls. Dieser Markthochlauf funktioniert. Ich gehe davon aus, dass das in anderen Bereichen ähnlich passieren wird.

Kann sich ein Unternehmen wie die Energie Steiermark organisatorisch schnell genug auf diese Entwicklung einstellen? Das ist ja ein großes Schiff.

Als ich vor zehn Jahren ins Unternehmen gekommen bin, hatten wir knapp 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Heute sind es knapp 2.300. Das verändert ein Unternehmen organisatorisch und prozessual enorm. Allein die Zahl der Bewerbungen, Gespräche und Integrationsprozesse ist eine Herausforderung. Die größte operative Herausforderung der letzten Jahre waren aber die vielen Netzanfragen und Inbetriebnahmen von PV-Anlagen. Wir haben heute 55.000 Zählpunkte mit Photovoltaikanlagen. Vor 15 Jahren waren es 250. Bevor eine Anlage in Betrieb geht, braucht es ein Netzzugangsverfahren, technische Prüfungen und eine Beurteilung, ob und mit welcher Leistung eingespeist werden kann. Das haben wir nur bewältigen können, weil wir früh massiv auf Technologie gesetzt und andere Skills ins Unternehmen geholt haben. Früher brauchte man vor allem klassische Elektrotechnik. Heute brauchen wir Elektrotechniker mit starkem IT-Fokus. Heute haben wir mehr als 1.000 Megawatt Photovoltaik in unserem Netz. Vor einigen Jahren waren es sieben. Das ist ein enormer Sprung. Wenn also gesagt wird, der Netzausbau gehe zu langsam, muss man sehen: Wir haben eine Infrastruktur bereitgestellt, die eine Vervielfachung der Einspeisung ermöglicht hat. An manchen Tagen könnten wir zur Mittagszeit die gesamte Steiermark mit PV-Strom versorgen – allerdings nur für wenige Stunden und an wenigen Tagen.

Sind alle Energieversorger in Österreich so aufgestellt, dass sie diese Transformation bewältigen können?

Ich will nicht über Branchenkollegen urteilen. Aber ich glaube, dass oft unterschätzt wird, was Unternehmen wie wir leisten. Wir sind am Ende des Tages ein Industrieunternehmen, das sich selbst massiv transformiert und gleichzeitig die Transformation anderer ermöglicht. In der Energiewirtschaft sprechen wir immer vom magischen Dreieck Versorgungssicherheit, Erneuerbare und Leistbarkeit. In den vergangenen Jahren stand stark der Ausbau der Erneuerbaren im Vordergrund. Durch den Ukraine-Krieg und die Preisentwicklungen rückte dann der Preis in den Mittelpunkt. Jetzt gewinnt Versorgungssicherheit wieder stark an Bedeutung – auch durch Ereignisse wie den Blackout in Spanien oder geopolitische Unsicherheiten. Dieses Dreieck muss in Balance bleiben. Wenn man an einer Ecke zieht, hat das Auswirkungen auf die anderen. Jede erneuerbare Energieform, die wir ins Netz bringen, reduziert fossile Energie, Energieimporte und Abhängigkeiten von internationalen Preisentwicklungen. Das macht uns unabhängiger. Deshalb ist die Energiewende keine Ideologiefrage mehr. Sie war lange ideologisch aufgeladen. Tatsächlich ist sie eine wirtschaftspolitische Weichenstellung. Wenn wir sie richtig umsetzen, sichern wir einen starken Industriestandort. Wenn nicht, wird es schwieriger.

Neben Versorgungssicherheit, Erneuerbaren und Leistbarkeit gibt es noch ein zweites Dreieck: stabile Strompreise, stabile Gewinne beziehungsweise Dividenden für den Eigentümer und gleichzeitig Milliardeninvestitionen. Wie hält man das im Gleichgewicht?

Dividende ist grundsätzlich nichts Unanständiges. Wenn jemand Geld am Sparbuch hat, erwartet er auch Zinsen. Wir haben für das vergangene Jahr rund 75 Millionen Euro Dividende ausgeschüttet. Gleichzeitig sind wir in einem Markt. Wir haben Preise angepasst, weil unsere Einkaufspolitik das ermöglicht hat, aber auch, weil andere Marktteilnehmer mit Angeboten aktiv waren. Wir wollen Kunden gut versorgen und wettbewerbsfähig bleiben. Wichtig ist: Der Landesrechnungshof hat bestätigt, dass wir Preisentwicklungen fair und transparent an die Kunden weitergegeben haben und in der Energiekrise keine Margenveränderungen zulasten der Kunden vorgenommen haben. Das ist für uns ein wichtiges Gütesiegel.

Ein Porträtbild von Martin Graf
Jorj Konstantinov

Welche Hebel gibt es neben dem Preis, um Marktanteile zu gewinnen?

Service ist ein entscheidender Hebel. Wir werden seit Jahren von unabhängigen Institutionen für unsere Serviceleistungen ausgezeichnet. Service heißt verständliche Rechnungen, Informationen über den Energiemarkt, funktionierende Hotlines, kompetente Ansprechpartner, digitale Kundenportale. Die Kunden wollen sich heute stärker selbst informieren und optimieren. Dafür braucht es transparente Plattformen und gute Aufbereitung. Mit „Smart Metern“ [Anmerkung: intelligente Messsysteme] haben Kunden im Strombereich etwa Viertelstundenwerte praktisch am nächsten Tag online verfügbar. Sie können dann sehen, wann sie viel oder wenig verbraucht haben. Das ist eine völlig andere Informationsbasis als früher.

Der Strompreis wird also mittelfristig nicht einfach sinken, sondern flexibler werden?

Ja. Wir werden sehen, dass Sommerpreise deutlich niedriger sind. Im Winter kann Strom aufgrund der Abhängigkeit von Importen, Gas- und Kohlendioxidpreisen höher sein. Der Kunde wird durch Smart Meter, Kundenportale und Tarifwahl eine viel bessere Informations- und Entscheidungsbasis haben.

Ist Flexibilitätsmanagement damit die neue Kernkompetenz eines Energieversorgers?

Aus meiner Sicht ist das das Allerwesentlichste. Flexibilität ist unabdingbar – für Versorgungssicherheit und dafür, neue Technologien ins Netz zu integrieren.

Müssen große Photovoltaikprojekte abgelehnt werden, weil es keine ausreichende Netzversorgung gibt?

Die Vorrangzonen sind gut, weil sie Klarheit bei Flächenwidmung und Planung schaffen. Die Frage ist aber oft nicht, ob ein Projekt grundsätzlich möglich ist, sondern wo der nächste technisch geeignete Anschlusspunkt liegt. An manchen Standorten ist das relativ einfach. An anderen wären enorme Investitionen notwendig. Dann entsteht oft die Diskussion mit PV-Anlagenbetreibern, wer den Netzausbau bezahlt. Dafür gibt es ein klares Regulativ: Die Netzausbaukosten müssen jene tragen, die sie verursachen oder veranlassen. Wenn ein massiver Netzausbau notwendig ist, können wir das nicht immer in der gewünschten Zeit herstellen.

Welche Speichertechnologien sind aus heutiger Sicht entscheidend, um die Winterdunkelflaute zu überwinden?

Elektrospeicher im größeren Stil – etwa mit 20 oder 50 Megawatt – ergeben am richtigen Standort sehr viel Sinn. Das schauen wir uns konkret an. In Summe wollen wir zunächst rund 70 Megawatt Speicherleistung ausbauen. Ein erstes größeres Projekt ist in der Puchstraße geplant. Das zweite große Thema ist Wasserstoff. Damit kann erneuerbare Energie speicherfähig gemacht werden. Wasserstoff kann transportiert und gespeichert werden. Allerdings ist es ökonomisch derzeit nicht sinnvoll, Wasserstoff in großem Stil zu erzeugen und später wieder zu verstromen, solange es nicht ausreichend große Mengen und entsprechend niedrigere Preise gibt. Wasserstoff ist vor allem ein Sektorkopplungsthema – also für industrielle Prozesse, Prozesswärme und langfristige Speicherfragen.

Herr Graf, vielen Dank für das Gespräch.

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DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf, MBA, wurde 1976 in Amstetten geboren und ist seit 1. April 2016 Mitglied des Vorstands der Energie Steiermark AG. Der studierte Betriebswirt und Wirtschaftsingenieur verantwortet im Konzern unter anderem Finanzen, Controlling, Treasury, Recht, Personal sowie die Energienetze Steiermark. Gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Werner Ressi ist er zudem für Strategie, Business Development, Innovation, Risikomanagement, Kommunikation und Interne Revision zuständig. Seine Karriere begann Graf in technischen und kaufmännischen Funktionen bei Donaukraft, Verbundplan und Mobilkom Austria, ehe er 2002 zur Energie-Control Austria wechselte. Dort arbeitete er zunächst als Prüfungsleiter und Abteilungsleiter Tarife, bevor er von 2011 bis 2016 als Vorstand an der Spitze der Regulierungsbehörde stand. In dieser Funktion verantwortete er zentrale Fragen von Netztarifen, Regulierung, Marktaufsicht, Ökostrom und Energieeffizienz. Graf verbindet betriebswirtschaftliche Steuerung, Green Finance, ESG und Change-Prozesse in einer Branche, die wie kaum eine andere zwischen Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Klimapolitik steht. Martin Graf ist verheiratet und Vater einer Tochter und eines Sohnes.

Fazitgespräch, Fazit 225 (August 2026), Fotos: Jorj Konstantinov